Schriftgröße

  1. Ehrenamt
  2. Freiwilligendienste
    1. Allgemeine Informationen
    2. Einsatzorte
    3. Erfahrungsberichte
      1. Gradmann Haus - Tagespflege
      2. Gradmann Haus - vollstationär
      3. Individuelle Schwerbehinderten Assistenz
      4. Johannes Falk Haus
      5. SpDi Vaihingen
  3. Praktika
  4. Stellenangebote

Mitarbeit > Freiwilligendienste > Erfahrungsberichte > Gradmann Haus - Tagespflege

"Ich bin selbstbewusster, toleranter und geduldiger geworden"

Seit Oktober 2010 arbeite ich im Gradmann Haus der eva, einem Zentrum für Demenzkranke; seit Januar 2011 bin ich offiziell FSJlerin.

Die vergangenen sieben Monate waren eine spannende und lehrreiche Zeit. Eigentlich hatte ich geplant, ein "FSJ Kultur" zu machen, doch dann habe ich mich umorientiert. Zum Glück! Etwas besseres, als hier in dieser geschützten Umgebung die ersten Schritte ins Arbeitsleben zu machen, hätte mir nicht passieren können.

Ich bin in den verschiedensten Bereichen eingesetzt. Morgens bereite ich das Frühstück vor, lese den Gästen der Tagespflege aus der Zeitung vor oder singe mit ihnen. Dann kümmere ich mich um das Mittagessen, bediene die Gäste und helfe ihnen gegebenenfalls beim Essen (bei denen, die es nicht mehr selber können). Am Nachmittag gehen wir mit einigen Gästen spazieren, machen Spiele, malen, tanzen... Auch die "eins-zu-eins"-Betreuung gehört dazu. Ich habe also die Möglichkeit, mir einen unserer Gäste zu "schnappen" und mit ihm/ihr ein wenig durch das Haus oder den Garten zu spazieren. Das tut gut! Nicht nur dem Patienten, sondern auch mir. Es ist toll, wenn man die Zeit hat, sich intensiv mit einer Person zu beschäftigen und sich ihre Geschichten anzuhören.

Ich habe dadurch schon einiges über das Leben gelernt. Sich mit älteren Menschen zu beschäftigen, macht Spaß. Es gibt sehr viele lustige Situationen und Begegnungen bei uns. Natürlich ist es nicht immer nur schön. Oftmals gibt es auch Situationen, denen ich mich nicht gewachsen fühle oder die mich traurig machen. Doch dann kann ich mich immer an meine Kolleginnen und Kollegen wenden.

Beim FSJ lernt man in einem geschützten Rahmen, sich im Arbeitsalltag zurechtzufinden. Ich habe schon das Gefühl, dass ich selbstbewusster, toleranter und geduldiger geworden bin. Und obwohl ich nicht vorhabe, später einmal im sozialen Bereich zu arbeiten, ist das FSJ eine tolle Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte.

Ich finde, jeder sollte diese Erfahrung einmal im Leben machen, um sich und andere besser kennenzulernen.

Julia Moosmann