Telefonseelsorge und die S-Bahn in Stuttgart arbeiten gemeinsam an Suizidprävention – Schilder zu Hilfsangeboten an ausgewählten Stellen im S-Bahn-Netz
Die Verhinderung von Suiziden gehört zu den zentralen Aufgaben der Telefonseelsorge. In Kooperation mit der S-Bahn Stuttgart haben die evangelische und die katholische TelefonSeelsorge jetzt an ausgewählten Orten im S-Bahn-Netz Hinweisschilder angebracht. Sie sprechen die innere Ambivalenz in suizidalen Krisen an, eröffnen einen Zugang zu Hilfe und ermutigen zur Kontaktaufnahme. Auf den Schildern sind die kostenfreien, anonymen und rund um die Uhr erreichbaren Telefonnummern der Telefonseelsorge angegeben: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Über einen QR-Code gelangen Betroffene zu weiteren Unterstützungsangeboten sowie zur Online-Seelsorge per Chat oder E-Mail.
Wenig Zeit zwischen Entscheidung und Handlung
„Suizidprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagt Martina Rudolph-Zeller, die Leiterin der evangelischen Telefonseelsorge Stuttgart. Sie verweist auf wissenschaftliche Untersuchungen, die gezeigt hätten, dass ein großer Anteil von Suizidhandlungen impulsiv geschieht und zwischen Entscheidung und Handlung oft nur wenig Zeit liegt. Die Forschung zu sogenannten „Hotspots“ belege, dass niederschwellige Maßnahmen wie sichtbare Hinweise auf Hilfsangebote Suizide verhindern können.
Neue Perspektiven durch ein Gespräch
Mit dem gemeinsamen Engagement von TelefonSeelsorge und der S-Bahn Stuttgart sollen suizidgefährdete Menschen sichtbare Impulse bekommen, sich zu öffnen. Denn Reden hilft – das ist das zentrale Leitmotiv der Telefonseelsorge. Täglich erleben die Mitarbeitenden in ihren Gesprächen, wie entlastend es sein kann, mit Verzweiflung nicht allein zu bleiben: Gedanken auszusprechen, Verständnis und Empathie zu erfahren und dadurch neue Perspektiven und Hoffnung zu gewinnen.

