An Heiligabend und am ersten Weihnachtstag feiern mehr als 1000 Menschen gemeinsam Weihnachten im Haus der Diakonie. Bei eva’s Stall sind alle willkommen, die einsam sind und am Rand der Gesellschaft stehen.
Saitenwürstchen und Kartoffelsalat – was sonst. Wenn bei der Evangelischen Gesellschaft (eva) Heiligabend gefeiert wird, dann gibt es nach dem Gottesdienst genau das Essen, das traditionell in schwäbischen Haushalten auf dem Tisch steht. Nur die Mengen sind andere: Rund 500 Gäste inklusive ehrenamtliche Helferinnen und Helfer erwarten die Mitarbeitenden der Stadtmission an Heiligabend zu „eva’s Stall“. Zur Feier am Ersten Weihnachtstag rechnen die eva-Mitarbeitenden sogar mit noch mehr Gästen.
Diejenigen, die an Weihnachten ins Haus der Diakonie in die Büchsenstraße 34/36 kommen, stehen meist am Rand der Gesellschaft. Es sind Menschen, deren Rente knapp ist, die in prekären Verhältnissen leben und manchmal überhaupt keine Wohnung haben. Viele davon kommen regelmäßig zu den Angeboten der Stadtmission der eva, stellen sich unterm Jahr in die Schlange der Essensausgabe vom Mittagstisch, nutzen die Wärmestube, um sich dort aufzuhalten und zu duschen.
An Weihnachten muss sich keiner anstellen – da werden die Gäste von den zig Helferinnen und Helfern bedient, das Essen im festlich geschmückten Saal wird an die Tische gebracht. „Dein Theater“ gibt eine weihnachtliche Vorstellung für die Besucherinnen und Besucher und Geschenke gibt es selbstverständlich auch: Im vergangenen Jahr war das ein Rucksack gefüllt mit Hygieneartikeln und Süßem. Was es dieses Jahr gibt? Überraschung. Was in jedem Fall gibt: Gesellschaft und Gemeinsamkeit für Menschen, die oft sehr einsam leben und auf die zuhause niemand wartet.
Hoffnung steht im Mittelpunkt
Birgit Auer, die Leiterin der Stadtmission, ist froh, dass bald Weihnachten ist. Die Debatten um Kürzungen im sozialen Bereich machen sich auch bei den Besuchern der Wärmestube bemerkbar: „Ich erlebe bei unseren Gästen viel Niedergeschlagenheit und eine gedrückte Stimmung. Umso schöner ist es, sie zu einem Fest einzuladen, bei dem die Hoffnung im Mittelpunkt steht.“
Hoffnung steht auch für den eva-Vorstandsvorsitzenden Pfarrer Klaus Käpplinger im Zentrum von „eva’s Stall“: „In eine Welt voller schlechter Nachrichten dringt mit der Geburt des Gottessohnes ein Licht in unsere Dunkelheit, das Hoffnung und Wärme verbreitet. Das gilt ganz besonders für die Gäste von eva’s Stall, die vielfach auf der Schattenseite des Lebens stehen.“ Zusammen mit Pfarrerin Laura Helme, Referentin für Theologie und Seelsorge bei der eva, gestaltet er die Gottesdienste am 24. und 25. Dezember für die Stall-Gäste.
Das Programm von eva’s Stall
Heiligabend, 24. Dezember 2025
15.45 Uhr: Gottesdienst in der Hospitalkirche mit Pfarrer Klaus Käpplinger und Pfarrerin Laura Helmle
16.30 Uhr: Gemeinsames Essen im Haus der Diakonie, Büchsenstraße 34/36. Es gibt Saiten mit Kartoffelsalat, „Dein Theater“ tritt auf, zu Weihnachtsliedern wird Kaffee und Punsch ausgeschenkt und es gibt Plätzchen
19.30 Uhr: Wort auf den Weg und Geschenkeübergabe, Ende der Feier
Erster Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember 2025
11 Uhr: Gottesdienst im Innenhof des Hauses der Diakonie mit Pfarrer Klaus Käpplinger und Pfarrerin Laura Helmle
11.45 Uhr: Im Haus der Diakonie wird Rindergeschnetzeltes mit Wurzelgemüse, Rotkraut und Spätzle von den „Stall-Engeln“ serviert, zum Nachtisch gibt es Schoko-Zimt-Mousse
Nach dem Essen öffnet die „Sockenboutique“, dort dürfen sich die Gäste selbstgestrickte Socken oder Schals mitnehmen, die von Frauen in ganz Württemberg extra für die Gäste von eva’s Stall gefertigt wurden
Im Großen Saal werden gemeinsam Weihnachtslieder gesungen bei Kaffee, Punsch, Stollen und Plätzchen
15 Uhr: Wort auf den Weg und Ende der Feier

