Videos geben Einblicke in 70 Jahre Internationales Beratungszentrum – Digitale Zeitreise zum IBZ-Jubiläum
Geworben wurden Gastarbeiter, gekommen sind Menschen. 1956 wurde der „Ausländerdienst“ der Evangelischen Gesellschaft eva gegründet - um die Männer, die damals aus Italien und Griechenland über das Anwerbeabkommen nach Stuttgart kamen, in Alltagsfragen zu unterstützen. Damals besuchten Mitarbeitende die Arbeiter in den Baracken und in den Räumen der eva wurden muttersprachliche Gottesdienste gefeiert. Aus dem „Ausländerdienst“ von damals ist das „Internationale Beratungszentrum“ geworden. Was sich nicht geändert hat: Nach wie vor werden Menschen beim Ankommen beraten und begleitet. Von einem international besetzten Team aus fünf Kontinenten, das engagiert, ideenreich und professionell daran arbeitet, dass Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte in eine sichere Zukunft starten können.
Multimediale Zeitreise mit historischen Fotos
Zum 70-Jahre-Jubiläum hat das IBZ jetzt eine digitale Zeitreise aufgelegt: Kurze Videos, historische Aufnahmen und persönliche Einblicke zeigen, wie sich die Arbeit im Laufe der Zeit verändert hat. „Die Geschichte des IBZ beginnt weder mit einem Gebäude noch mit einem fertigen Konzept. Sie beginnt mit der Erfahrung, dass Menschen ankamen und dass andere aufbrachen, um sie zu empfangen“, heißt es in einem Video zu den Anfängen. Die digitale und grafisch ansprechende multimediale Zeitreise mit vielen O-Tönen und historischen Fotos führt zu wichtigen Meilensteinen: 1965 gab es die ersten Kinderfreizeiten, 1979 wurde die Beratung für Nichteuropäer und Flüchtlinge erweitert, 1989 hat die Stadt in die ziemlich marode Rheinstahlhalle (dem heutigen Theaterhaus auf dem Pragsattel) ein Containerdorf für Geflüchtete aus Bosnien, Albanien, Rumänien und Pakistan gebaut. Die eva hat dort den Sozialdienst übernommen. Auf dem Boden stand das Wasser, wenn es geregnet hat, das Dach war an vielen Stellen undicht. Eine eva-Mitarbeiterin, die damals dort gearbeitet hat und vielen Kindern Lichtblicke im grauen Alltag der Halle ermöglicht hat, sagt dazu: „Wenn viele Menschen auf einmal kommen, improvisieren wir. Das machen wir heute noch.“
„Unsere Arbeit wirkt“
Seit 2018 ist das Internationale Beratungszentrum nach vielen Umzügen in der Reinsburgstr. 82 untergebracht. Ein multiprofessionelles Team berät zu Aufenthalt, Sprache, Arbeit, Wohnen, Familie und gesellschaftlicher Teilhabe.
Zudem begleiten die Mitarbeitenden Geflüchtete in städtischen Unterkünften und entwickeln Projekte, die Menschen auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützen. „Wir erleben Tag für Tag, dass unsere Arbeit wirkt: Wenn Menschen Perspektiven entwickeln, wenn Teilhabe gelingt, wenn aus Unsicherheit Zukunft wird“, sagt Daniel Rau, Leiter des IBZ, einem der Videos zum Jubiläum.
Die digitale Zeitreise des Internationalen Beratungszentrums der eva von den Anfängen bis heute ist hier zu finden.
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