Mobile Jugendarbeit ist am 2. Oktober bei der „Langen Nacht der Demokratie“ mit kreativen Mitmachaktionen dabei
Demokratie ist mehr, als nur alle paar Jahre ein Kreuzchen auf einem Stimmzettel zu machen. Aber wie begeistert man junge Menschen dafür, aktiv zu werden, die Stimme zu erheben, sich zu engagieren? Die Mobile Jugendarbeit West/Botnang und die Stadtteilbibliothek West haben sich einiges einfallen lassen. Zur „Langen Nacht der Demokratie“ am 2. Oktober 2026 haben die Mitarbeitenden sieben Stationen entwickelt, an denen es um Mitbestimmung und die Zukunft im Stadtteil geht: „Deine Stimme. Dein Viertel. Deine Zukunft“ ist die Aktion betitelt. Junge Menschen werden dabei spielerisch gefordert, ihre Perspektiven einzubringen.
Woran erkennt man Fake News?
So können die Jugendlichen und jungen Erwachsenen an einer Bilderstation die Plätze im Stadtteil mithilfe von KI verändern. Und so die eigenen Wünsche und Vorstellungen an den öffentlichen Raum anschaulich und lebendig werden lassen. Die entstandenen Bilder werden später im Bezirksbeirat vorgestellt. Genauso wie die Ergebnisse der Wahlsimulation, einer anderen Station: Dort können die Teilnehmenden ihre Stimme der Gruppierung geben, deren Wahlplakate sie überzeugt haben. Die Statements auf den Plakaten richten sich speziell an junge Menschen und stammen von den Fraktionen, die im Bezirksbeirat West vertreten sind. Bei der Fake-News-Challenge-Station erfahren die Teilnehmenden spielerisch, wie Algorithmen in den Sozialen Medien funktionieren, und warum krawallige und emotionale Schlagzeilen schneller an Reichweite gewinnen.
Sieben Mitmachstationen, Snacks und Getränke
„Wir möchten den jungen Menschen zeigen, dass ihre Stimmen gehört werden und dass sie aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft mitwirken können“, sagt Axel Kreutle, Sozialarbeiter bei der Mobilen Jugendarbeit West. Er hat gemeinsam mit Heike Dreher von der Stadtbibliothek West und anderen Kolleginnen und Kollegen die Stationen entwickelt. Die sieben Mitmachstationen sind bei der „Langen Nacht der Demokratie“ in der Stadtbibliothek West, Bebelstraße 22, von 19 bis 22 Uhr aufgebaut und stehen allen Besucherinnen und Besuchern zwischen 14 und 27 Jahren offen. Snacks, Getränke und eine Urkunde gibt es auch noch. „Wir wollen zeigen, dass Demokratie auch den Alltag von jungen Menschen betrifft und dass ihre Meinungen gefragt sind“, so Axel Kreutle zu der Aktion.
Viele Standorte der Mobilen Jugendarbeit machen mit
Auch andere Standorte der Mobilen Jugendarbeit in Stuttgart beteiligen sich an der „Langen Nacht der Demokratie“ am 2. Oktober. Am Löwenmarkt in Weilimdorf bieten die Mitarbeitenden der MJA gemeinsam mit anderen Akteuren im Stadtteil zwischen 13 und 21 Uhr unterschiedliche Mitmachaktionen an. Die Mobile Jugendarbeit Ost hat gemeinsam mit anderen ab 16 Uhr ein Beteiligungsformat im Kinder- und Jugendhaus Ostend vorbereitet. Bei einem Partybus des Jugendrats zur Langen Nacht der Demokratie ist die Mobile Jugendarbeit Innenstadt dabei: Dieser Bus fährt ab 18 Uhr verschiedene Jugendhäuser, den Schlossplatz und das Stadtpalais an, dort wird es Aktionen zur Demokratiebildung geben.
Lange Nacht der Demokratie: Unter dem Motto „Miteinander. Füreinander. Jetzt!“ finden am 2. Oktober 2026 im ganzen Stadtgebiet kostenfreie Workshops, Mitmachaktionen, Vorträge, ein Poetry Slam und ein Mitsingkonzert statt. Das ganze Programm zur Langen Nacht der Demokratie in Stuttgart steht hier: Lange Nacht der Demokratie vhs Stuttgart
Schon vorher: „Mut statt Wut“ auf dem Schlossplatz
Bereits am 12. September setzt Stuttgart ein Zeichen für Demokratie, Menschenrechte und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Anlass sind die aktuellen Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt und die damit verbundenen demokratiefeindlichen Entwicklungen. Unter dem Motto „Mut statt Wut“ ruft das Bündnis für Demokratie und Menschenrechte Stuttgart um 16 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Schlossplatz auf. Auch die eva unterstützt den Aufruf.
Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen und Initiativen wollen wir Mut machen, Haltung zu zeigen und uns für eine offene, vielfältige und solidarische Gesellschaft einzusetzen. Damit wird schon einige Wochen vor der „Langen Nacht der Demokratie“ sichtbar: Demokratie lebt davon, dass Menschen sich einbringen, auf dem Schlossplatz genauso wie im eigenen Stadtteil.

