Im jetzt offiziell eingeweihten „Quartier am Wiener Platz“ in Feuerbach haben Klientinnen und Klienten der eva ein Zuhause auf Zeit gefunden.
Zentraler kann man in Feuerbach nicht wohnen: Nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt ist das „Quartier am Wiener Platz“ entstanden. Ein Großteil der mehr als hundert Wohnungen ist schon bezogen. Darunter 15 Apartments für Menschen mit besonderen sozialen Bedarfen, die von verschiedenen Diensten der eva betreut werden. Im selben Haus sind auch Menschen mit Behinderung untergebracht, die von der Diakonie Stetten begleitet werden.
Die Baugenossenschaft Neues Heim hat die ehemalige Industriefläche beim Feuerbacher Bahnhof entwickelt, die jetzt als „Quartier am Wiener Platz“ offiziell eingeweiht wurde. An den langjährigen Planungen, wie hier inklusiv und integrativ gelebt und gewohnt werden kann, war auch die eva beteiligt. Bereichsleiterin Sonja Hagenmayer erinnert sich an viele Sitzungen und Termine, in denen die Expertise der eva gefragt war. Nicht alle Pläne wurden umgesetzt, eine inklusive Wohngemeinschaft gemeinsam mit der Diakonie Stetten konnte wegen fehlender Förderung nicht realisiert werden. Doch über die neuen Apartments in einem architektonisch ansprechenden und wohnlichen Quartier freut sich Marit Debé, ebenfalls Bereichsleiterin bei der eva, sehr: „Es ist schön, dass unsere Klientinnen und Klienten in einem Neubau einziehen konnten, das ist nicht die Regel.“
Die 1-Zimmer-Apartments haben alle einen Balkon, eine Küchenzeile und ein Bad mit ebenerdiger Dusche und sind möbliert. Für die Bewohnerinnen und Bewohner ist es ein Zuhause auf Zeit: Ziel ist es, langfristig ohne die Unterstützung von sozialen Fachkräften selbständig leben zu können. Zwei eva-Mitarbeiterinnen haben im Quartier einen Büroraum für Beratungen und sind mehrmals wöchentlich vor Ort. Manche der Bewohner werden von einem eva-Team in Feuerbach unterstützt, das regelmäßig vorbei kommt, je nach individuellem Bedarf sogar täglich.
Architektur mit Anspruch
Die Wohnblöcke im Quartier Wiener Platz gruppieren sich alle um einen zentralen Hof, der mit vielen Sitzgelegenheiten, Bänken und Sitzpodesten aus Holz, einem Spielplatz und Bäumen ein Ort der Begegnung für alle im Quartier ist. Die neugebauten Wohnblöcke sind alles andere als eintönig: Unterschiedliche Architekten haben die Häuser gebaut, jede Fassade sieht anders aus. Baugemeinschaften haben hier ihre Vision von gemeinschaftlichem Wohnen umgesetzt, es gibt eine Kita und eine Tagespflege, Gemeinschaftsräume und neben geförderten Mietwohnungen auch Wohnungen für Mieter ohne Wohnberechtigungsschein. Ein bunt gemischtes Viertel für Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen ist so entstanden.
Die ersten Monate nach dem Einzug waren für die Klientinnen und Klienten der eva noch etwas holprig, berichtet Claudia Schönrock vom Team Feuerbach: „Der Baustellenlärm hat manchen sehr zugesetzt, und auch das Kommen und Gehen der Handwerker war für viele anstrengend.“ Diese Beeinträchtigungen sind jetzt Geschichte. Bei der offiziellen Eröffnung, bei der auch Oliver Hildenbrand, Sozialminister von Baden-Württemberg, die Qualität und das Miteinander im Quartier gelobt hat, war vom Baustellenflair nichts mehr zu spüren.

