Vom Modellprojekt zum Erfolgsmodell: Alle Schülerinnen und Schüler können beim schulbezogenen Ansatz von der Jugendsozialarbeit an beruflichen Schulen profitieren – Fachveranstaltung würdigt Entstehungsprozess und Konzeption
„Ihr versucht, eine Lösung zu finden“. - „Wir wissen, dass die Schülerinnen und Schüler bei Euch gut aufgehoben sind.“ - „Ihr seid eine Entlastung für uns Lehrer und eine Bereicherung für die Schüler.“ Statements von Schülerinnen, Schülern und von Lehrkräften in einem kurzen Film, der kürzlich bei einer Fachveranstaltung über den schulbezogenen Ansatz der Jugendsozialarbeit an Berufsschulen zu sehen war. Gedreht wurde er an der Kaufmännischen Schule 1 und am Wirtschaftsgymnasium West. Beides berufliche Schulen, an denen Mitarbeitende der eva die Jugendsozialarbeit übernehmen. Die Besonderheit: An diesen beiden wie auch noch an acht anderen beruflichen Schulen in Stuttgart wird der schulbezogene Ansatz praktiziert. Will sagen: Hier sind die Jugendsozialarbeiter nicht einzelnen Klassen zugeordnet, sondern für alle Schülerinnen und Schüler da. Gearbeitet wird mit offenen Sprechstunden und Cafés auf dem Pausenhof, zudem bieten die Fachkräfte der sozialen Arbeit workshops an, die die Themen der Schüler aufgreifen.
Enge Kooperation mit dem Kollegium ist wichtig
Und das mit Gewinn, wie bei der Fachveranstaltung zu hören war. Dass die schulbezogene Sozialarbeit ein Erfolgsmodell ist, darüber waren sich Tim Debé, Jugendhilfeplaner der Stadt Stuttgart und die anwesenden Fachkräfte, Beratungslehrkräfte und Schulleitungen einig. Denn so kann eine deutlich höhere Anzahl junger Menschen vom Angebot der Jugendsozialarbeit profitieren. Die jungen Menschen kommen zu Einzelberatungen, bei denen Schwierigkeiten in der Ausbildung oder persönliche Probleme bearbeitet werden. Auch Lehrkräfte melden sich bei der Jugendsozialarbeit, um Schülerinnen und Schüler zu vermitteln. Die enge Kooperation mit dem Kollegium ist bei der schulbezogenen Jugendsozialarbeit besonders wichtig.
Austausch in der Begleitrunde
2016 wurde dieser Ansatz als Modellprojekt gestartet, die eva war damals schon beteiligt. In Kooperation mit anderen Trägern, die die schulbezogene Jugendsozialarbeit angeboten haben und anbieten, entstand die gemeinsame Konzeption. Auch danach waren die unterschiedlichen Träger in einer Begleitrunde immer wieder im fachlichen Austausch. „Das hohe Engagement der Träger und die große Bereitschaft sich immer weiterzuentwickeln, gehören zu den Erfolgsfaktoren der schulbezogenen Sozialarbeit“, so Tim Debé bei der Veranstaltung.

