Material für Schul- und Konfirmanden-Unterricht
„One week. No media!“ – Aktion gegen übermäßigen Medienkonsum
Ein Leben ohne Fernseher, Handy und MP3-Player – das ist für viele Jugendliche kaum noch vorstellbar. Doch Wissenschaftler schlagen Alarm: Übermäßiger Medienkonsum kann zu massiven gesundheitlichen Störungen führen. Daher hat die Suchtberatung der Evangelischen Gesellschaft (eva) gemeinsam mit der Drogenberatung Release Stuttgart ein bundesweit einmaliges Präventionsprojekt initiiert: „One week. No media!“ Die Schirmherrschaft über das Projekt hat Bürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann, Referat für Kultur, Bildung und Sport der Landeshauptstadt Stuttgart, übernommen. eva und Release rufen Schulen zu medienfreien Wochen auf. Mehr Informationen und Tipps, wie medienfreie Wochen durchgeführt werden können, gibt es auf der Homepage www.one-week-no-media.de.
Politiker, Lehrer und Eltern sind sich einig: Der Medienkonsum vieler Jugendlicher ist zu hoch. Die Folgen sind nicht selten mangelnde Bewegung und Übergewicht, schlechte Schulleistungen, soziale Vereinsamung und eine erhöhte Gewaltbereitschaft. Bei dem Präventionsprojekt „One week. No media!“ sollen Schüler, Lehrer und Eltern eine Woche lang auf Fernseher, Computer & Co verzichten, um ihren eigenen Medienkonsum kritisch zu hinterfragen und ihre Freizeit wieder aktiv zu gestalten. Finanziell gefördert wird das Projekt vom Projektmittelfonds „Zukunft der Jugend“ der Landeshauptstadt Stuttgart und von der Jugendstiftung Baden-Württemberg.
Die zeitweilige Abstinenz soll Medien nicht grundsätzlich verteufeln. Vielmehr ist es das Ziel, die Projektbeteiligten vom passiven Medienkonsum zum kreativen Handeln zu bewegen. Denn wer eine Woche lang kein Computerspiel spielt, keine SMS verschickt und keine TV-Soap schaut, hat plötzlich wieder Zeit. Und die kann man durch Sport, Spiel, Kunst, Kultur und soziales Miteinander füllen. So wird die Lust auf ein aktives Leben geweckt und gleichzeitig dem Risiko einer Spielsucht vorgebeugt.
Dieses Experiment ist schon im Juli 2007 bei einem Pilotprojekt von "One week. No media!" getestet worden. Dabei haben sich die Schüler der Klasse 6a der Jahn-Realschule auf das Abenteuer einer medienfreien Woche eingelassen. Alle Handys und MP3-Player wurden eingesammelt und in den Schultresor eingeschlossen. Auch die Lehrer und Familien der Schüler haben eine Woche lang auf alle audiovisuellen Medien verzichtet und in einem Tagebuch ihre Erfahrungen festgehalten. So manchem ist der Verzicht schwer gefallen, wie dem Schüler Julian: „Meine Playstation, meine Seele fehlt mir. Hoffentlich ist es bald vorbei.“ Sein Mitschüler Sven kann der Zeit ohne Medien aber auch etwas Positives abgewinnen: „Wir reden seit zwei Tagen wieder mehr miteinander. Man erfährt so etwas vom Anderen, was am Tag so war und so. Sonst bin ich nach der Schule nach Hause gekommen und habe gleich den Fernseher eingeschaltet.“ Während des Pilotprojekts sind ein Dokumentarfilm und ein Musik-Clip entstanden. Beides können Sie sich hier ansehen.
Auf der Homepage www.one-week-no-media.de können sich Schüler, Lehrkräfte und Eltern darüber informieren, wie sie selbst eine medienfreie Woche vorbereiten und durchführen können. Außerdem erfährt man hier alles über die Aktionen, die während der nächsten medienfreien Woche vom 16. bis 26. Juli 2012 angeboten werden.
Einen Radio-Beitrag des Senders ERF über die medienfreie Woche der Evangelischen Gesellschaft können Sie sich hier anhören und herunterladen.



