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Neues Projekt gibt Schulabbrechern wieder eine Perspektive
Junge Menschen ohne Schulabschluss haben wenig berufliche Perspektiven. Das Projekt "Haus der Lebenschance" will jungen Schulabbrechern zwischen 15 und 25 Jahren wieder Hoffnung geben: Elf junge Menschen können hier ihren Schulabschluss nachholen. Jeder Teilnehmer soll anschließend auch einen Ausbildungsplatz finden. Unterstützt werden sie dabei von erfahrenen Fachkräften der Jugendarbeit und ehrenamtlichen Paten.
Gefördert werden zudem die persönliche Entwicklung und die sozialen Kompetenzen der Jugendlichen. Die Teilnehmer lernen, im Team zu arbeiten, Konflikte zu lösen und Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Damit dies gelingt, ist die Freiwilligkeit ein wichtiges Prinzip: Jeder, der teilnehmen möchte, muss sich bewerben. In einem "Vorstellungsgespräch" kann er zeigen, dass er motiviert ist. Wer ins "Haus der Lebenschance" aufgenommen wird, schließt mit den Mitarbeitenden eine Vereinbarung ab. In einem Förderplan werden für jeden Teilnehmer individuelle Ziele festgehalten, die in Einzelgesprächen regelmäßig besprochen werden.
An fünf Tagen in der Woche kommen die jungen Menschen von 9 bis 16 Uhr ins Haus der Lebenschance. Dort werden sie durch Honorarlehrkräfte in den prüfungsrelevanten Fächern unterrichtet. Daneben gibt es viele Projekte, in denen die Jugendlichen ihre kreativen und sportlichen Fähigkeiten ausprobieren können: Fotoseminare, Yoga, Klettern, Malkurse, Theaterbesuche und vieles mehr. Jeder Tag hat eine feste Struktur, die den Jugendlichen Halt und Orientierung gibt.
Dabei helfen ihnen auch die ehrenamtlichen Paten. Sie stehen den jungen Menschen mit Rat und Tat zur Seite, zum Beispiel bei den Hausaufgaben, aber auch bei der Freizeitgestaltung oder persönlichen Problemen. Auf ihre Aufgabe werden die Paten mit einer Schulung vorbereitet.
Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt und endet Mitte 2012. Die Teilnahme ist für die Jugendlichen kostenlos. Sie erhalten daneben ein Taschengeld von 100 Euro im Monat. Die eva und die Baden-Württembergische Kommende des Johanniterordens haben das "Haus der Lebenschance" gemeinsam gegründet und finanzieren es über Spenden. Die operative Sozialarbeit übernimmt die eva, der Johanniterorden stellt die ehrenamtlichen Paten.
Ein Filmbeitrag stellt die Teilnehmerin Jenny vor, die 2010 ins Haus der Lebenschance kam, um ihren Hauptschulabschluss nachzuholen. Das Porträt von kirchenfernsehen.de, dem Internetfernsehen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, finden Sie hier.
Ein Jahr später hat kirchenfernsehen.de Jenny noch einmal im Haus der Lebenschance besucht. Hat sie ihren Schulabschluss geschafft und ihre Chance genutzt? Das sehen Sie hier.
Maria Süßenguth
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