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Begleitung in einer einschneidenden Lebensphase
Rund 800 – fast ausschließlich männliche – Gefangene sind in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim inhaftiert. Die Sorge um die familiäre Situation kennzeichnet für viele von ihnen die Haftzeit. Wird meine Frau oder Freundin zu mir halten, werden sich die Familie und die Freunde abwenden? Daneben quält die Inhaftierten die Angst um die eigene Zukunft. Häufig droht der Verlust des Arbeitsplatzes und der Wohnung, oft türmt sich ein Schuldenberg auf. Gleichzeitig setzt ein Umdenken ein. Die eigene Tat und das bisherige Leben werden reflektiert und manchmal kommen Fragen nach dem Lebenssinn, nach dem Glauben und Gott auf.
Diese Menschen, die sich in einer einschneidenden Phase ihres Lebens befinden, will die Gefängnisseelsorge hilfreich begleiten. Wir stehen den Menschen in Einzel- und Gruppengesprächen zur Seite und laden zu Gottesdiensten ein. Inhaftierte können unter dem Schutz des Beichtgeheimnisses ihre Tat und die damit verbundenen seelischen Nöte thematisieren. Auch die Fürsorge bei Mittellosigkeit zählt zu unseren Aufgaben. Wir helfen, den Kontakt zu den Angehörigen zu pflegen und so die Ängste um die persönlichen Beziehungen zu lindern. Die Inhaftierten können die Haftzeit auch als Möglichkeit begreifen, ihr bisheriges Leben zu überdenken und sich bewusst für alternative Entwürfe zu entscheiden.
Irmgard Mayer
Asperger Str. 60
70439 Stuttgart
Tel. 07 11.80 20 26 32



