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    03. Februar 2016

    „Die Mobile Jugendarbeit sichert den sozialen Frieden“

    Jugendsozialarbeiter passen ihre Konzeption an die Lebenswelt von Jugendlichen an

    Titelbild Konzeption Mobile 2016

    1970 hat die Mobile Jugendarbeit Stuttgart als bundesweit erste dieser Art mit ihrer Arbeit begonnen. Damals waren es gerade einmal vier Fachkräfte, die in Stuttgart Jugendliche dort aufgesucht haben, wo sie sich aufhalten. Heute arbeiten bei der Mobilen Jugendarbeit über vierzig Vollzeitkräfte; dazu kommen fast dreißig Vollzeitstellen für Mitarbeitende in der Schulsozialarbeit, die zum Teil die gleichen, zum Teil andere junge Menschen unterstützen. Die Anzahl der betreuten Kinder und Jugendlichen ist in den vergangenen 17 Jahren – von 1999 bis 2015 – von 1.700 auf 14.900 gestiegen. Nicht nur die Zahlen sind sprunghaft gestiegen. Auch die Lebensbedingungen junger Menschen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten geändert. Deshalb hat die Mobile Jugendarbeit eine neue Konzeption entwickelt, die jetzt gedruckt vorliegt. Interessierte können sie kostenlos bestellen bei Klausjürgen Mauch bei der eva, Büchsenstr. 34/36, 70174 Stuttgart, Klausjuergen.Mauch(a)eva-stuttgart.de.

    In den vergangenen beiden Jahren haben die Träger der Mobilen Jugendarbeit Stuttgart das neue Konzept entwickelt: der Caritasverband für Stuttgart, die Evangelische Gesellschaft (eva) sowie die evangelische und katholische Kirche. Dafür haben sie zunächst vom Institut für angewandte Sozialwissenschaften (IfaS) an der Dualen Hochschule Stuttgart ihre Arbeit untersuchen lassen. Das IfaS hat 16 Monate lang Experten befragt und mit Fachkräften diskutiert. Die Ergebnisse der Studie wurden bei einem Fachtag im März 2015 diskutiert und sind in die neue Konzeption eingeflossen.

    „Die Mobile Jugendarbeit sichert den sozialen Frieden“, erklären Sabine Henniger und Armin Biermann, die für die eva und den Caritasverband den Vorstand der Mobilen Jugendarbeit bilden. Das liege daran, dass die Jugendsozialarbeiter sich unermüdlich für die Jugendlichen, die aus dem Blick geraten sind, einsetzen: „Für diese Jugendlichen, die als störend wahrgenommen und in die Schublade ‚verhaltensauffällig, kriminell, erfolglos‘ gesteckt werden, die mit fehlenden Perspektiven in der Schule, im Beruf und im ganzen Leben zu kämpfen haben, waren und sind wir verlässlich da.“

    Der evangelische Stadtdekan Søren Schwesig erklärt in seinem Vorwort: „Wir als Evangelische Kirche unterstützen diese Arbeit, weil im Mittelpunkt Jugendliche und junge Erwachsene stehen. Ihnen soll geholfen werden, ihr Leben zu gestalten und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.“ Sein katholischer Kollege, Stadtdekan Christian Hermes, schreibt: „Wenn wir wollen, dass das eine gute, gerechte, friedliche, solidarische und lebenswerte Welt ist, müssen wir mit Kindern und Jugendlichen diese Werte leben, ihre Kreativität fördern, sie ermutigen, mit ihnen Perspektiven finden, sie anleiten und vor allem dort sein, wo sie sind.“ Deshalb würden die katholische Kirche und die Caritas die Mobile Jugendarbeit mittragen. Für die Arbeit der Jugendsozialarbeiter sei es wichtig, sich an Entwicklungen in der Jugendkultur flexibel anzupassen. Deshalb hätten sie etwa die neue Mobilität durch die sozialen Medien oder auch die stärker werdenden kulturellen und religiösen Herausforderungen in ihr Konzept mit aufgenommen.

    Die PDF-Datei der Konzeption finden Sie hier.

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