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„Die haben es trotz aller Probleme geschafft…“
Mitarbeitende der LBBW an eva’s Festtafel bei der Mobilen Jugendarbeit Stuttgart-Ost
Die Landesbank Baden-Württemberg hat im Jubiläumsjahr die Patenschaft für die Mobile Jugendarbeit Stuttgart-Ost übernommen. Am 2. Juni besuchten Mitarbeitende der LBBW die Mobilen, um die Arbeit mit Jugendlichen kennen zu lernen. Sie erhielten Einblick in die fördernde Arbeit mit „verhaltensoriginellen“ Jugendlichen, wie eva-Vorstand Friedhelm Buckert und Klausjürgen Mauch von der Mobilen Jugendarbeit den Gästen bei der Begrüßung erklärten. Bei einem Gang durch das Quartier erlebten die Paten den direkten Kontakt mit Jugendlichen: Von der Schulsozialarbeit über den „Bus mit BISS“ bis hin zur Streitschlichterausbildung an der Hauptschule Ostheim – und zwischendurch beim Streetworking. Das passt gut zum Motto der Patenschaft: Jugendhilfe in Bewegung.

In 19 Stadtgebieten leben über 2.600 Jugendliche in sozial problematischen Umfeldern. Für sie sind die Mitarbeitenden der Mobilen Jugendarbeit verlässliche und vertrauensvolle Ansprechpartner und Helfer. Zum Beispiel an der Grund- und Hauptschule Ostheim. Hier sind zehn Jugendliche aus der neunten Klasse zu Streitschlichtern ausgebildet worden. Wird jemand von den Mitschülern beleidigt oder geschlagen, setzen sich die Schlichter mit den Kontrahenten zusammen. Sozialarbeiter Jens Hartwig, der hier die Schulsozialarbeit leitet, erklärt den Gästen: „So lernen die Schüler Verantwortung und soziale Kompetenz“. Und die Schlichtung funktioniert fast immer. Denn es gibt einen Vertrag, der das Verhalten in der Zukunft regelt.
Sylvia Bohn vom Vorstandssekretariat der LBBW reagiert verblüfft. „Die Mobile Jugendarbeit hat für viele Jugendliche den gleichen Stellenwert wie das Elternhaus“, stellt sie fest. An diesem Nachmittag hat sie erkannt, wie wichtig es ist, zu Jugendlichen, die in ihrem Milieu Aggressivität und soziale Benachteiligung erlebt haben, eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. Da wundert es sie nicht, dass diese Beziehung über Jahre hinweg bestehen bleibt.

Beeindruckt hat auch der „Bus mit BISS“, wobei BISS für Beruf, Information, Spiel und Spaß steht. Am Lukasplatz erleben die LBBW-Mitarbeitenden, dass im Kleinbus der Mobilen Jugendarbeit Bewerbungen geschrieben werden und manche Teenies hier herkommen, um sich den Liebeskummer von der Seele zu reden. Silke Barth, Ausbildungsreferentin bei der LBBW, findet „die enge Verzahnung mit der Schule superinteressant“ und sieht im Projekt „Startblock“ Parallelen zur eigenen Arbeit. Auch die Sozialpädagogin Heidi Schanbacher, die als eva-Mitarbeitende im Sozialreferat der LBBW tätig ist, ist nach dem Rundgang durch den Stuttgarter Osten beeindruckt. Ihr ist neu, wie breit die Aufgabengebiete der Mobilen Jugendarbeit sind. Es stimmt sie nachdenklich, wie konzentriert die sozialen Benachteiligungen in einzelnen Stadtgebieten sein können.

Über diese Eindrücke und Anregungen wird an eva’s Festtafel im Büro Stöckach in der Hackstraße 2, direkt neben einer LBBW-Filiale, diskutiert. Bevor das Buffet eröffnet wird, das jede Festtafel abschließt, treten die „Twisters“ auf. Sonja Hauser und Stephanie Greschner hatten mit jungen Mädchen Popsongs einstudiert, die begeistert beklatscht werden. Sylvia Bohn meint nachdenklich: „Die haben es trotz aller Probleme geschafft.“

Dann wird es für einen Augenblick ruhig. LBBW-Firmenkundenberater Helmut Schmälzle, seit 15 Jahren direkter Ansprechpartner von eva, gratuliert der Evangelischen Gesellschaft „zum würdigen Jubiläum“. Er bedankt sich für den Tag und die Idee und räumt ein, erst an diesem Nachmittag den Kunden eva richtig kennen gelernt zu haben. „Wir haben einen wunderbaren Eindruck bekommen“, fügt er hinzu. Pfarrer Heinz Gerstlauer, Vorstandsvorsitzender von eva, bedankt sich: „Es ist schwierig, in der heutigen Zeit Gutes zu tun.“ Die LBBW habe das aber schon immer gemacht. Er könne sich nicht vorstellen, wie das soziale und kulturelle Leben in Stuttgart ohne diese Unterstützung aussehen würde.




